Öffnung nach Außerhalb

Die Öffnung der Kindertageseinrichtungen für die Lernumgebung kann in zweifacher Hinsicht erfolgen: Der Kindergarten öffnet selbst seine Türen für andere Kinder und Erwachsene aus dem Umfeld. Zum anderen überschreitet die Einrichtung ihre räumlichen Grenzen, geht als Institution nach außen und kooperiert mit Partnern. Diese Öffnung des Kindergartens ermöglicht:

  • eine größere Vielfalt an Erfahrungen sowie neue Bewegungssituationen
  • die Präsentation der pädagogischen Arbeit in der Öffentlichkeit
  • ein sichtbares quantitatives und qualitatives Mehr an Bewegungsaktivitäten durch die Kooperation mit den Elternhäusern und entsprechenden Institutionen        

Nach der Nutzung von Bewegungsräumen außerhalb der Einrichtung wird nachfolgend unter Kooperationen genauer eingegangen auf die Zusammenarbeit mit den Familien, auf die Kooperation mit (bewegten) Grundschulen und auf die gesellschaftliche Integration.

Entspannungsphasen

Nutzung von Bewegungsräumen im FreienZusammenarbeit mit den FamilienKooperation mit (bewegten) GrundschulenGesellschaftliche Integration
Müller, Chr. (2021). Bewegte Kita. Baden-Baden: Academia, S. 167-210.

Bewegungsideen

Nutzung von Bewegungsräumen im Freien
Spielformen zur Koordinationsschulung
  • auf schmalen Pfaden oder im unebenen Gelände laufen – auch rückwärts oder als Hopserlauf
  • kurze Strecken um die Wette laufen
  • mit „Riesenschritten oder Zwergenschritten“ eine Strecke zurücklegen
  • beim Gehen ein Herbstblatt oder eine Kastanie auf dem Kopf balancieren
  • einem Partner als Schatten alle Bewegungen nachmachen
  • bergauf und bergab laufen, ebenso mit und gegen den Wind
  • auf den Gehwegplatten gehen, laufen, hüpfen, ohne die Fugen zu betreten
  • um Bäume u. a. im Slalom laufen
  • über kleine Pfützen springen
  • Bewegungsparcours mit Ästen und Stöcken legen und dann absolvieren
  • durch Hindernisse kriechen oder diese überwinden
  • ein kleines Dickicht erkunden
  • auf festliegenden Baumstämmen, auf Begrenzungssteinen oder kleinen Mauern balan­cieren
  • flache Steine so auf das Wasser werfen, dass sie einige Sprünge ausführen
  • Eicheln, Kastanien, Schneebälle u. a. nach verschiedenen Zielen (z. B. nach Bäumen) und aus unterschiedlichen Entfernungen werfen
  • von kleinen Erhöhungen (mit Hilfe) oder in unterschiedliche Ziele (z. B. aufgemalte Kreise) springen
  • Tiere beobachten und nachahmen
  • Bewegungsmöglichkeiten an den Geräten auf öffentlichen Spielplätzen erkunden und das Bewegungsrepertoire erweitern
  • Bälle rollen, werfen, fangen
  • einen Hang hinaufsteigen, sich dabei evtl. an einem Seil hochziehen
  • einen großen Haufen von Herbstblättern zusammentragen, hineinspringen, darin toben, sich gegenseitig bewerfen
  • Spuren im Schnee legen und nachgehen
Zusammenarbeit mit den Familien
Familienwandertag
  • Bei einem gemeinsamen Wandertag oder Halbtagesausflug können Bewegungsräume erschlossen werden, die sonst den Rahmen des Kindergartens überschreiten. Damit können auch Anregungen für die Freizeit in den Familien gegeben werden. Auflockerungen sollten eingebaut werden:
    • Kleine Spiele in der Natur (Versteckspiele, Ballspiele, kleine Staffeln usw.)
    • Spiele mit Naturmaterialien (mit Tannenzapfen u. a, werfen, Hindernisparcours mithilfe der Eltern absolvieren, Laub- oder Schneehütten bauen usw.)
Oma-Opa-Tag
  • Die Großeltern werden zu einem Nachmittag mit Bewegungsspielen rund um das Thema Märchen eingeladen. Gemeinsam mit den Enkeln absolvierten sie verschiedene Stationen und werden am Ende mit einem „Goldtaler“ aus der Schatzkiste belohnt.
StationAktion
Hänsel und GretelHexenbesenweitwurf
Hase und IgelWettlauf
RapunzelFlechten
König DrosselbartBüchsenwerfen
Gestiefelter KaterRebhuhnfangen
RotkäppchenKorb nach Vorlage füllen
Hans im GlückWettspiel: Tauschen des Goldklumpens gegen ein Pferd – Kuh – Schwein – Gans – Stein, den in einen Wassereimer werfen
Wer ist am schnellsten zuhause?
Thematische Feste und Feiern im Kindergarten unter Einbeziehung von Bewegungs­situationen

Auch bei anderen Festen und Feiern, zu denen die Familien eingeladen werden, dürfen bewegungsorientierte Mitmachangebote nicht fehlen.

Ideensplitter
Faschingsfeiergemeinsame Tänze
OsterfestEiertrudeln, Eierlauf, Hüpfspiele, Sackhüpfen u. a.
MuttertagsmassagePartnermassage (Mutter, Kind), Fantasiegeschichten, langsame Bewegungsgeschichten
SommerfestSpiele an, im, mit Wasser u. a.
Zuckertütenfestkleine Kunststücke
Herbstfest/ HalloweenpartySpiele mit Naturmaterialien, Lampionumzug und Lagerfeuer
WeihnachtsfeierBewegungsgeschichte (weiter und schwerer Weg, den der Weihnachtsmann zurücklegen muss usw.)
Lieder, zu denen alle Bewegungen ausführen („Schneeflöckchen“)
Kooperation mit (bewegten) Grundschulen
Die neuen Bewegungsräume erfahren
  • Sporthalle, Sportplatz, Pausenhof, Hortspielplatz u. a. erkunden und sich richtig „auslaufen und austoben“ können
  • in regelmäßig geplanten Bewegungsstunden in der Sporthalle der Schule das Bewegungsrepertoire erweitern
  • die neuen Lebens- und Lernräume gemeinsam mit den Eltern erfahren
Gemeinsame Bewegungsanlässe erleben
  • Eine Schwierigkeit bei Übergängen ist für die Kinder, dass sie sich auf neue Bezugspersonen (Lehrer, Mitschüler) einstellen und neue soziale Kontakte knüpfen müssen. Bewegungssituationen sind dafür verhältnismäßig unkomplizierte Gelegenheiten.
  • Varianten:
    • Spiel- und Sportfeste oder andere Höhepunkte im Kindergarten bzw. an der Grundschule, zu denen gegenseitig eingeladen wird
    • gemeinsame Sportstunde mit der 1. Klasse
    • das Spielen mit den Hortkindern
    • evtl. Spielvormittage mit den Vorschülern anderer Kindergärten, aus denen die zukünftigen Mitschüler kommen werden
    • gemeinsame Projekte (auch mit Patenschaften) von Schulklassen für Kindergartengruppen, z. B. Indianerfest
Gesellschaftliche Integration
Regelmäßige Kontakte zu anderen Kindertageseinrichtungen, besonders zu anderen bewegten Kindergärten
  • Erfahrungsaustausch
  • gemeinsame Fortbildungen
  • gemeinsame Spiel- und Sportveranstaltungen
  • im Einzugsgebiet der gleichen Grundschule Veranstaltungen zum Kennen lernen der Schulanfänger untereinander
  • Kopplung der Zusammenarbeit mit Vereinen u. a.
Kooperation mit Sportvereinen, Kreis- und Stadtsportbünden u. a.
  • Durch die Kooperation mit Sportvereinen kann einerseits das Bewegungsangebot für die Kindergartenkinder bereichert, andererseits können die Kinder an den Vereinssport herangeführt werden. Das wird dann erfolgreich sein, wenn die Vereine ihre Angebote auf das besondere Klientel dieser Altersgruppe ausrichten, so z. B. durch Sportangebote speziell für Kindergartenkinder, evtl. gemeinsam mit den Eltern.
  • Möglichkeiten:
    • Nutzung der Sportstätten und der Sportgeräte der Vereine
    • Information zu den Vereinsangeboten über Flyer bzw. Werbeprospekte, die in den Kindertagesstätten ausgehängt oder an die Eltern verteilt werden
    • Vorstellen von Vereinsangeboten in der Einrichtung, z. B. bei (bewegten) Elternabenden oder Informationsveranstaltungen, bei Sportfesten oder in Bewegungsstunden, bei Schnupperkursen
    • zusätzlich Bewegungsangebote durch Vereinsübungsleiter in den Kindergärten bzw.  Durchführung von Angeboten in den Vereinsanlagen (bei Organisation des Transportes)
    • Integration der Kindergartenkinder ins Vereinsleben, z. B. durch Teilnahme an Sportfesten
    • Kursangebote, z. B. Schwimmlernkurse
    • in Kooperation zwischen Sportvereinen und/oder KSB/SSB Abnahme des Sächsischen Kindersportabzeichens
Enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kommune und Institutionen des Landes
  • In Zusammenarbeit mit den Vertretern in Gemeinden und Städten können vielfältige Initiativen für mehr Bewegung entstehen, z. B. Sporttag im ganzen Dorf, Bewegungsaktionen bei Festen (z. B. Kirmes) für Kinder, aber auch Präsentationen durch die Kinder, Öffnung des Kindergartens für die Kinder des Stadtteils.
  • Der Ausbau der Kontakte zur (lokalen) Presse und weiteren Massenmedien (Hörfunk, Fernsehen, Internet) kann für die Öffentlichkeitsarbeit sehr hilfreich sein (Einladung zu Veranstaltungen, schriftliche Informationsweitergabe zu aktuellen Ereignissen, Erstellen von Informationsflyern und Videos, Gestaltung der Internetseite der Einrichtung u. a.)
  • Die Zusammenarbeit in Sachen Bewegung ist mit vielen weiteren Institutionen möglich, z. B. Krankenkassen, Volkshochschulen, Musikschulen, Familienbildungsstätten der Volkssolidarität, Berufsfachschule für Physiotherapie, Freiwillige Feuerwehr, Soziale Dienste, private Initiatoren u. a. Organisiert werden könnten: Rückenschule, Sauna-Besuch, Benutzung von Kneipp-Anlagen, Sponsorenlauf, Bewegungsstunden mit Physiotherapeuten, Tanzen mit Tanzpädagogen, Bau von Bewegungsräumen (z. B. Fußfühlpfad)